Spaziergang in Moskau (Москва)

Wohnhaus an der Kotelnitscheskaja-Uferstraße – erbaut: 1952

Жилой дом на Котельнической набережной

aus Wikipedia.de:

Sieben Schwestern ist eine Bezeichnung für die sieben im Auftrag Stalins im Sozialistischen Klassizismus (auch: stalinistischen Zuckerbäckerstil) erbauten Hochhäuser in Moskau. Manchmal werden sie auch Stalins Kathedralen oder Stalinfinger genannt; im russischen Sprachgebrauch ist die Bezeichnung Stalin-Hochhäuser (russisch Сталинские высотки) am geläufigsten. Sie wurden in den letzten zehn Jahren der Stalin-Herrschaft erbaut. Ursprünglich war der Bau von acht Hochhäusern beschlossen, von denen aber nur sieben verwirklicht wurden.

Das repräsentative Wohnhaus an der Kotelnitscheskaja-Uferstraße östlich des historischen Stadtviertels Kitai-Gorod, direkt an der Mündung des Flüsschens Jausa in die Moskwa, wurde 1952 nach Entwurf von Dmitri Tschetschulin und Andrei Rostkowski sowie unter Mitwirkung des Bauingenieurs L.M. Gochman fertiggestellt. Den Bauplatz hatte Lawrenti Beria bestimmt, der auch die Bauausführung überwachte. Der Bau des Hauses, das die Perspektive vom Kreml zur Mündung der Jausa schließt, wurde noch 1938 begonnen und nach einer durch den Zweiten Weltkrieg bedingten Unterbrechung von 1948 bis 1952 weitergebaut.

Der Stahlskelettbau zählt 26 Stockwerke (32 zusammen mit den technischen Stockwerken) und hat eine Höhe von 176 Meter. In diesem Teil des Komplexes befinden sich 540 Wohnungen, davon 336 Zweizimmer-, 173 Dreizimmer-, 18 Vierzimmer- und 13 Einzimmerwohnungen. Ergänzt wird er um einen Komplex von 9-stöckigen Seitenflügeln, die annähernd sternförmig um den Hauptteil herum angeordnet sind, wobei sich zwei vordere Seitenflügel genau parallel den Flussläufen der Jausa und der Moskwa erstrecken. Eine Besonderheit dieses Gebäudes ist, dass einer der Seitenflügel bereits vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs – nämlich 1938–1940 – von denselben Architekten erbaut und erst ein Jahrzehnt später in den Gesamtkomplex integriert wurde.

Das Haus ist und war ein reines Wohngebäude und galt bei seiner Fertigstellung und lange Zeit danach als eines der luxuriösesten Wohnhäuser in der damaligen Sowjetunion, mit geräumigen Mehrzimmerwohnungen, die nicht nur alle damals verfügbaren technischen Neuerungen, sondern auch ein exklusives Ambiente hatten, wie beispielsweise prunkvolle Kronleuchter, Reliefs und Skulpturen sowie kunstvoll bemalte Decken. Das Privileg, dort zu wohnen, hatten dementsprechend nur besonders verdiente Bürger, darunter viele bekannte Künstler und Wissenschaftler. Insgesamt befinden sich in dem Gebäudekomplex 700 Wohnungen, davon etwa die Hälfte im zentralen Teil; hinzu kommen Geschäfte, ein Postamt, das Kino Illusion und das Museum zu Ehren von Galina Ulanowa, einer bekannten Bewohnerin des Hauses.

Zu den weiteren berühmten Persönlichkeiten, die im Hochhaus an der Kotelnitscheskaja-Uferstraße wohnen oder gewohnt hatten, gehören die Schriftsteller Wassili Aksjonow und Konstantin Paustowski, der Maler Arkadi Plastow, die Dichter Jewgeni Jewtuschenko und Andrei Wosnessenski, die Sängerin Ljudmila Sykina und viele andere.

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