Spaziergang in Moskau (Москва)

am Gostini Dwor

Старый Гостиный двор

aus visitorline.de:

Gostiny Dwor ist die traditionelle Bezeichnung für die langen Marktreihen im alten Russland. Der Moskauer Dwor, der in der Nähe des Roten Platzes liegt, ist einer der ersten, die in Russland gebaut wurden. Dieses Denkmal der Moskauer Architektur vom Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts nimmt ein ganzes Stadtviertel ein. Die Hauptfassade geht auf die Iljinka-Straße, die beiden Seiten auf die Chrustalny und die Rybny Gasse und die vierte Fassade auf die Warwarka-Straße.

Ein wenig Geschichte …
Der erste Gostiny Dwor aus Holz entstand Anfang des 16. Jahrhunderts, in der Regierungszeit Iwans des Schrecklichen wurde der hölzerne durch einen aus Stein ersetzt. Eine der ersten Erwähnungen des Dwors findet sich in den Aufzeichnungen des deutschen Barons Sigismund Herberstein.

Im 16. Jahrhundert, in der Zeit der Wirren, brannte der Gostiny Dwor ab. Er wurde vom ersten Zaren aus der Dynastie der Romanows, Michael Fjodorowitsch, wieder aufgebaut. Nach dem Wiederaufbau des Alten Dwors begann man mit dem Bau eines neuen Gebäudes. Das wurd Neuer Gostiny Dwor genannt. Die Bauarbeiten am Neuen Gostiny Dwor fanden von 1661-1664 bereits in der Regierungszeit von Zar Alexej Michailowitsch ein Ende. Beide Gebäude zusammen nahmen nur einen Teil des Viertels ein. In ihnen wurde mit Fisch, Kaviar, Salz, Glas, Kristallgeschirr und Pelzen en gros gehandelt.

Ende des 17. Jahrhunderts gab es einige Dutzend Reihen, die nach der jeweiligen Handelsware benannt waren: Fischreihe, Kristall-, Gold-, Ikonen-, Kerzen-, Wachs-, Mützen-, Kaftan-, Honig- und Nussreihen usw. Das Folgende sind die Eindrücke eines Ausländers, der zu jener Zeit in Moskau war: „Der Dwor ist so voll mit Schlitten, allen möglichen Waren und Menschen, dass man nicht durchgehen kann, sondern sich ständig durchzwängen muss. Dann findet man dort Störe und Sterlets aus Astrachan, die für den Verkauf zu vielen Hunderten aufeinander liegen, außerdem gibt es viel Kaviar.“

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts stellte sich wieder die Frage eines Umbaus des Gostiny Dwors. 1786 erging ein namentlicher Ukaz von Katharina der Großen, in dem sie die Anordnung gibt, ein neues Gebäude zu erbauen. Die Pläne stammen vom italienischen Architekten Giacomo Quarenghi.

Die Errichtung des Gostiny Dwors dauerte von 1789 bis 1805 und wurde geleitet von den Architekten der Moskauer Stadtverwaltung S. Karin, I. Jegotow und P. Selichow. Nach dem Brand von 1812 wurde der Gostiny Dwor nach den Originalbauplänen von Quarenghi wieder aufgebaut, und zwar 1830 von dem berühmten Architekten Osip Bove.

Die moderne Rekonstruktion begann 1994. Während der ganzen Restaurationsarbeiten wurden archäologischen Ausgrabungen durchgeführt. Man entdeckte und fixierte etwa 1000 Bauten aus verschiedenen Zeiten. Eine wissenschaftliche Sensation wurde die Entdeckung eines großen Lagerkomplexes, der 16 Gefäße mit Edelmetallen, über 95 Tausend russische Silbermünzen und 335 Taler enthielt, die in den Münzämtern Westeuropas von den Pyrenäen bis Skandinavien geprägt wurden, unter einem abgebrannten Holzhaus eines Kaufmanns aus dem 17. Jahrhunder

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